— K. P. Vogel

Meine Objekte stelle ich unter dem Titel “Unschuldige Unschuld” vor. Diese paradoxe Formulierung weist darauf hin, dass der autoritäre Wahrheitsanspruch üblicher Sehgewohnheiten, Verallgemeinerungen, Erklärungsmuster und Vereinheitlichungen in Zweifel gezogen wird. Statt dessen wollen meine Arbeiten übliche ein- oder aufgeprägte Realitätsauffassungen verunsichern, das Wahrnehmungsfeld erweitern und den Blick auf andere mögliche Wirklichkeiten freigeben.

Hervorgehoben werden soll die Achtung vor Individualität, Heterogenität, Differenz und Unerklärbarkeit. Der Kampf gegen Ideologisierung und Verletzung der Menschenwürde ist und bleibt Grundlage meiner Gestaltungen. Mit der Thematisierung der “Unschuldigen Unschuld” ist notwendigerweise häufig die ästhetische Verwendung der Farbe “Weiß” verbunden. Diese Farbe soll nicht aus der buntbanalen Welt der Alltäglichkeit hinausführen in eine Sphäre von Vergeistigung und Transzendenz. Sondern im Gegenteil offenbaren sich Fragen nach Verdeckung, nach Nicht-Wahrhaben-Wollen oder -Können.